Lebendiges Archiv

Briefe, Fotos, Tagebücher, Dokumente – anhand aufschlussreicher Materialien werden Familienarchive zum Sprechen gebracht. Die Archive werden gleichsam lebendig, Geschichten werden erzählt und mit schriftlichen, bildlichen Zeugnissen aus den Familiennachlässen dokumentiert. So soll in impressionistischen Skizzen Einblick in das Schicksal der Angehörigen nach 1945 gegeben werden, aber auch Eindrücke zum Umgang mit dem Erbe des Widerstands in den vergangegenen Jahrzehnten.

Ein Flug in die Vergangenheit

ADOLF REICHWEIN ging Anfang der 30er Jahre in den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und wurde 1940 Mitglied des „Kreisauer Kreises“. Seine Tochter Sabine erinnert sich an den begeisterten Piloten und träumt von einem letzten Flug mit ihm in Vergangenheit und Gegenwart.

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Ein letzter Besuch...

Als Chef des Stabes bei General Stülpnagel in Frankreich leitet HANS-OTFRIED VON LINSTOW am 20. Juli 1944 die Verhaftung von Gestapo- und SD-Kräften in Paris ein. Drei Tage später wird er festgenommen. Sein Sohn Hans-Harald erzählt vom letzten Besuch des Vaters bei der Familie.

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Dem Leben zugewandt

Für die Gestapo war die „Rote Kapelle“ eine Spionageorganisation der Sowjetunion, die sie Ende 1942 brutal zerschlägt. Unter den hingerichteten „Landesverrätern“ sind auch HILDE und HANS COPPI. Ihr Sohn Hans ist da gerade erst geboren. Obwohl er seine Eltern nur aus Erzählungen, Fotos und Briefen kennt, begleiten sie ihn bis heute.

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Er schien zu wanken...

JOSEF WIRMER wurde als Rechtsanwalt und junger Zentrumspolitiker früh zu einem Gegner Hitlers und dessen Politik. Schon ab Mitte der 1930er Jahre knüpfte er Kontakte zu kirchlichen Kreisen sowie oppositionellen Gewerkschaftsvertretern. Später bereitete er mit den Weg für eine Zusammenarbeit dieser Gruppe mit Carl Friedrich Goerdeler und seinem liberal-konservativen Widerstandskreis. Im Vordergrund stand für Josef Wirmer der Kampf gegen das Unrechtssystem, das jede Form von Verbrechen ermöglicht hatte.

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In der Fantasie dem Krieg entkommen

Ein junger Mann lächelt vermeintlich unbeschwert in die Kamera. Das für Kriegszeiten ungewöhnliche Bild zeigt den Berufsoffizier EGBERT HAYESSEN - in Zivil.

Kurze Zeit später, nach dem Anschlag auf Adolf Hitler, ist Hayessen am 20. Juli 1944 in der Berliner Stadtkommandantur maßgeblich an der Durchführung der „Operation Walküre“ beteiligt und bereitet unter anderem die Festnahme von „Reichspropagandaminister“ Joseph Goebbels vor.

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Im Garten herrschte Frieden

GEORG ALEXANDER HANSEN ist in führender Position an den Vorbereitungen des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 beteiligt. 

Sein Sohn Karsten erinnert sich heute vor allem an die Ruhe, die sein Vater ausstrahle:

"So wie hier 1939 in Mahlow, südlich von Berlin, haben wir dann auch bis 1943 sommers im Rangsdorfer Garten mit unserem Vater auf der Wiese gesessen...."

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„Gedanken sind Kräfte“ - für Günther Smend wie für seine Familie

Auf den ersten Blick wirkt das Büchlein recht unscheinbar: 10,3 Zentimeter hoch, 7,5 Zentimeter breit und 2 Zentimeter dick. Doch für die Nachkommen von GÜNTHER SMEND, den Graf Stauffenberg 1944 gebeten hatte, seinen Vorgesetzten Generaloberst Zeitzler, damaliger Chef des Generalstabes des Heeres, für den Umsturzversuch des 20. Juli 1944 zu gewinnen, ist die Lektüre von „Gedanken sind Kräfte“ ein Schatz, der hilft, Antworten zu finden.

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Eine Gestapo-Quittung als Erinnerung und Klopapier als Notlüge

CÄSAR VON HOFACKER gehörte zu den Männern, die im besetzten Paris den Umsturz vorbereitet und am 20. Juli 1944 wie geplant alle SS- und Gestapo-Leute festnehmen lassen hatten. Nach dem Scheitern der Verschwörung wurde er am Montag, den 25. Juli in Paris festgenommen und einen Tag später einem ersten Gestapo-Verhör unterzogen.

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Trebbow – Ort der Verschwörung. Und ein spät zugestellter Brief

FRITZ-DIETLOF GRAF VON DER SCHULENBURG war in den Jahren, die auf den Attentatsversuch am 20. Juli 1944 hinführten, zunehmend zu einer der zentralen Gestalten der Verschwörung geworden. Aus einer nationalkonservativen Familie des preußischen Hochadels stammend, war sein Weg in den Widerstand nicht selbstverständlich. Aufgewachsen war er in Mecklenburg auf Schloss Tressow, gemeinsam mit seinen vier Brüdern und seiner Schwester Elisabeth, genannt Tisa, die Künstlerin geworden und 1934 mit ihrem jüdischen Ehemann nach England emigriert war. Sie war von Anbeginn eine Gegnerin der Nazis und empfand sich als Sozialistin.

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